Und ich hab nicht einmal eine Anhängerkupplung!
Ok, dann wollen wir mal.
Holzerath, ca. 700 km südwestlich von Hamburg in der Nähe von Trier und Luxemburg.
Als erstes brauche ich einen Wagen mit Anhängerkupplung und etwas ,was ich an diese hängen kann, um Autos zu transportieren.
Freitag. 10.10.2009
11.00 Uhr - Abfahrt Alveslohe nach Hamburg. 24 km.
Ein guter Freund tauscht mit mir sein Fahrzeug.
12.00 Uhr - Weiterfahrt nach Metzingen (Göhrde). 100 km.
Bewaffnet mit einem Multi T4 mit Ahk. fuhr ich dann zu einem anderen guten Freund, der mir seinen Fahrzeugtrailer ausleihen wollte. Dieser gute Freund, nennen wir ihn Peter, wird bei der Restauration maßgeblich mitwirken, wie schon Jahre zuvor bei meinem 200/8.
15.50 Uhr - Rückfahrt nach Alveslohe. 120km.
Frauchen abholen. Sie hat darauf bestanden, mit nach Holzerath zu kommen.
17.00 Uhr - Abfahrt nach Hamm/Sieg (Westerwald) 480 km
Mit 80 km/h auf der A1 Richtung Bremen - Osnabrück - Dortmund, A45 Richtung Frankfurt, A4 Richtung Köln.
Die Zeit verging irgendwie gar nicht mit 80 Sachen. Es hat geregnet, die Autobahnen waren voll und hinter mir ballerte der Trailer durch die engen Straßen im Westerwald. Es war bereits 24 Uhr durch, kein Bock mehr zu fahren. Wir sind erst um 1 Uhr im "Romantikhotel Alte Vogtei" angekommen. Ein Schlüssel war versteckt für mich hinterlegt.
Warum Hamm/Sieg? Im Nachbarort Breitscheidt befindet sich die Produktionsstätte unserer Firma Dort war ich mit einem netten Kollegen verabredet, der sich spontan dazu bereit erklärte, mir bei der Abholung aus Holzerath zu helfen.
Samstag, 11.10.2009
9.00 Uhr - Treffen mit meinem Kollegen und Abfahrt nach Holzerath. 220 km
Wir mieteten in Altenkirchen einen zweiten Trailer, fuhren hintereinander ein bisschen Kreuz und Quer durch den Westerwald und dann auf der Autobahn Richtung Trier, nach Holzerath. Eine telefonische Ankündigung bezüglich der Ankunft gegen 13.00 Uhr schlug bis kurz vor Eintreffen fehl, da der Verkäufer der alten Simcas nicht da war. Na, super.
Aber er war da als wir um 13.00 Uhr eintrafen. Da standen nun die beiden "Alten". So, wie in der Ebay-Auktion abgebildet nebeneinander auf einer kleinen Anhöhe. Wir konnten mit den Trailern gut rückwärts an sie heran fahren. Zum Glück, denn die Bremsen waren fest, die Gänge konnten nur ohne Kupplung (auch fest) herausgenommen werden. Der ganze Eindruck, der auf mich wirkte war nicht so berauschend. Der weiße 1301 war bis auf die Türen komplett durchgerostet. Der Grüne war soweit gut. Von der Idee, beide zu restaurieren, hab ich mich sofort verabschiedet.
Auf die Frage, ob er denn mit dem erzielten Preis der Wagen zufrieden sei, sagte mir der Verkäufer, es sei ihm egal gewesen, er hat die Autos geschenkt bekommen und hätte die auch für einen Euro abgegeben. - ah, ja!
14.00 Uhr - Rückfahrt nach Hamm/Sieg 220 km
Wir nahmen den gleichen Weg zurück, allerdings etwas langsamer als vorher. Der VW-Bus hatte doch ganz schön zu kämpfen mit dem weißen Simca huckepack. Bei einer Verzurrprüfung auf einem Rastplatz wurden wir gleich von zwei LKW-Fahrern angesprochen. Ob wir denn einen Club gründen wollen, dann wären wir ja schon zu zweit. Wie witzig! Der eine sagte: "Simca, das waren die, die schon im Prospekt anfingen zu rosten". Na ja, sie erzählten dann von ihren alten Autos, die sie mal hatten, Borgward und so.
Um 16.00 Uhr waren wir auf unserem Firmengelände. Dort wollte ich den Wagen, den mein Kollege gezogen hatte, ersteinmal abstellen und den anderen gleich mit nach Hause nehmen. Der zweite geliehene Trailer musste bis 18.00 Uhr wieder in Altenkirchen abgegeben werden.
17.00 Uhr - Aufbruch nach Hause. 480 km
Die Fahrt war wieder sehr lang und regnerisch. Beim Abladen des grünen Simca hat der Regen meine Klamotten durchgeweicht. So saß ich die Fahrt über in ätzend kaltnassen Sachen im Bus. Und Hunger hatten wir auch. Bei Bremen steuerte wir eine Raststätte an. Auf dem Parkplatz, wir waren kaum aus dem Bus gestiegen, hüpfte ein Mann ganz aufgeregt um den Anhänger und sagte dauernd: "ich fasse es nicht, ich glaubs ja kaum, ein Simca, ich fasse es nicht, die gibts ja doch noch". usw... Er war sehr nett, freute sich über den Anblick des verrosteten weißen Simca und ließ nicht locker. Ich konnte mir nicht verkneifen, ihm zu sagen, dass ich noch einen zweiten schönen grünen Simca habe, worauf seine Begeisterung zum Höhepunkt anstieg. Wir verabschiedeten uns und ich ging mit meiner Frau etwas essen, als der Mann dann plötzlich an unserem Tisch stand und sagte:" hier ist meine Visitenkarte. Ruf mich mal an, mein alter Lehrmeister hat bestimmt noch alte Simca-Teile. Ich schau mal ob der noch lebt und frage nach den Teilen.
Wir kamen vollkommen erschlagen um 23.00 Uhr zu Hause an.
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Tapfer gekämpft: VW T4 Multivan
| | Endlich zu Hause
| | Etwas ernüchternd: der Zustand
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Nun hatten wir den ersten Simca sicher hergebracht. Am Montag gab ich den VW Bus wieder zurück.
Dienstag, 14.10.2009
05:00 Uhr - Abfahrt Alveslohe nach Hamm/Sieg. 480 km
Abholung des zweiten Simca. Zugfahrzeug diesmal ein Firmenfahrzeug, ein VW-Touareg. Wieder in den Westerwald. Kein Stau auf der A1, kein Regen, klasse. Nach einer entspannten Fahrt konnte ich den grünen Simca um ca. 12.00 Uhr auf dem mitgebrachten Trailer verladen.
14.00 Uhr - Rückfahrt nach Alveslohe. 480 km
Die Rückfahrt war ebenso stressfrei wie die Hinfahrt. Hinter dem Touareg ist nichts zu spüren, was auf einen Trailer mit PKW hindeutet.
Mittwoch, 15.10.2009
Ich habe den Simca bei uns auf dem Firmengelände in Ellerau in einer Halle untergestellt, wo bereits der weiße Simca stand. Hier werden sie nun bis zum Frühjahr überwintern, bis die Restaurationsarbeiten begonnen werden können.
